JUDITH SAUPPER

Ferdinand Schmatz, 2009

Die Arbeiten von Judith Saupper sind vorrangig für den Betrachter konstruiert, mit dem sie durch Wahrnehmung kommunizieren, nicht über das, was wahrgenommen worden war. Und auch in und für sich selbst stellen sie als Artefakte mehr als das Modell dessen, was sie eben modellieren, dar – Häuser, Räume, Wohnungen, Geschichten, das sind die verkleinerten Ebenen. Aber das Modell ist auch ein Modell der Vorstellung in der Künstlerin und in uns und erzählt sozusagen in gezeigter Weise die Welt, die der Odyssee genauso wie die des Plattenbaus. Dass dabei ein Medium, das der Malerei, zu dem der Schrift und die zu dem des Fotos drängt und alle zusammen zum Objekt- Modell, ist folgerichtig im Kunstweg, den uns Judith Saupper nach- und vorzeichnet. Auf dem scheint der Mensch als Objekt abwesend, er kehrt aber als Subjekt der Wahrnehmung und Empfindung in die Welt aus Sauppers Objekten und Bildern und Fotos und Textmontagen und Titeln, die zeigende sind in ihrer Lapidarität, sich neu findend zurück.