Ort und Raum - Heimspiel 2024
Im Rahmen von „Heimspiel 2024“ zeigt der Kunstraum Dornbirn unter dem freien Titel „Ort und Raum“ mit Katharina Fitz, Ursula Palla, Judith Saupper und Lucie Schenker vier bildhauerische Positionen unterschiedlicher Generationen. In Werkgruppen werden die skulpturalen und installativen Arbeiten in der offenen Architektur der historischen Montagehalle in einen spannenden Dialog gesetzt. In der Verschiedenartigkeit der künstlerischen Ansätze, sowie der jeweiligen Form und Ästhetik der Werke, berühren die Künstlerinnen vielfältige Themen der Architektur, Raumnutzung und -definition – vom städtischen zum natürlichen Raum, vom öffentlichen zum privaten oder vom Atelier zum Ausstellungsort. (…)
Fitz, Palla, Saupper und Schenker beschäftigen sich auf verschiedenartige Weise mit Orten und Räumen in unterschiedlichen Kontexten, so wie beispielsweise der individuellen und gesellschaftsrelevanten Nutzung und Definition ebendieser. Wir werden durch die Arbeiten mit den Sphären des städtischen Raums ebenso zu tun haben wie mit dem natürlichen Raum und unserer Rolle darin. Vom Atelier als Produktionsort geht es hin zum institutionellen Ausstellungsort und der Frage, wie Raum durch Kunstwerke physisch gefüllt, inhaltlich geformt und neu strukturiert werden kann. Es geht um das konkret lokalisierbare ebenso wie um das fiktionale Momentum von Ort und Raum, um das bestehende oder das neu konstruierte Verhältnis von Natur und Mensch und immer um die Suche nach einer konkreten Form des schwer Greifbaren oder Unsagbaren.
Alle vier Künstler:innen erarbeiten ihre bildhauerischen Formen und Sprachen durchaus divers und sehr eigenständig, teils gegensätzlich – beispielsweise faktenbasiert oder der reinen ästhetischen Raumerfahrung unterworfen. Es sind künstlerische Ansätze, welche die verschiedenen Ästhetiken gekonnt beherrschen und sich gegenseitig ergänzen oder kommentieren können. Die Ausstellungsstücke lassen durch die handwerkliche und konzeptuelle Qualität und Konsequenz den Ausstellungsbesuch zu einem lustvollen Erleben werden, das unsere Sicht auf die oftmals abstrakten Begriffe von „Ort“ und „Raum“ erweitern und neu ausrichten kann.
Judith Saupper interessiert die Dimension des Unsicht- und Unsagbaren, dem sie in ihren ausgedachten Gebilden, Architekturen und Topografien eine bildnerische Gestalt gibt. Jedoch verbleibt das Werk nicht im Fiktiven oder gar Abstrakten. Es verschränkt sich vielmehr mit unserer Lebensrealität, weil es diese bildlich zum Anlass nimmt und gleichzeitig inhaltlich fundiert befragt. Saupper verstrickt beides – Realität und Fiktion – in so verschiedenen Medien wie Zeichnung, Grafik, Fotografie, Skulptur, architektonischem Modell und Soundinstallation. Die Schnittstellen sind formal fließend und werden verbunden durch die Erzählungen unserer Gegenwart. Dabei widmet sich die Künstlerin solchen Fragen wie jener nach den Missverständnissen zwischen Mensch und Tier oder dem gesellschaftlich definierten Symbolwert von Privathäusern, der unmöglichen oder doch erreichbaren Darstellbarkeit von Gefühlen und den Auswirkungen eines möglichen Wegfalls von gesamtgesellschaftlich akzeptierten Glaubenssätzen (© Kunstraum Dornbirn 2024).
Ausstellungsansicht Kunstraum Dornbirn
Ausstellungsansicht
Rebuild Nature #3, Der Weg des Borkenkäfers
2019, Objekt, Gips, Holz, Lack, Hanfseile, ca 200 x 70 x 30 cm
Analyse der Stille #1-12
2021
Analyse der Stille #1-12
2021
Das Grosse Rauschen
2014, Papierskulptur aus 6 bedruckten Papierbahnen mit 475 collagierten Tuschezeichnungen, 300 x 780 x 680 cm
Analyse der Stille #1-12
2021
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2021
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2021